Hohe Leistung und geringe Beeinträchtigung, wenn es heiß hergeht
Natürliche Kältemittel wie CO₂ sind die Zukunft der Kälteerzeugung und Kühlung.
Sie verursachen nur geringe oder gar keine Treibhausgasemissionen und sind zukunftssicher gegen Vorschriften und kostspielige Nachrüstungen.
In heißen Klimazonen stehen CO₂-Systeme jedoch vor einer Herausforderung. Wenn die Temperatur steigt, nimmt der Energieverbrauch zu und die Effizienz kann sinken. Doch wie Güntner kürzlich in einem neuen, 49.000 m² großen Logistikzentrum in Montalto Uffugo in Süditalien demonstrierte, lassen sich diese Probleme durch den Einsatz innovativer Technologie und kreatives Denken entschärfen.
„Es war ein ehrgeiziges Projekt", sagt Stefano Vidal, Gebietsleiter Südeuropa bei Güntner.

Mit Innovation die Herausforderung meistern
Der Kälteanlagenbauer Arneg und Güntner erarbeiteten gemeinsam eine Reihe sorgfältig ausgewählter Lösungen für einen Standort, an dem die Temperaturen im Sommer bis zu 42 °C erreichen können. Eine der wirkungsvollsten Strategien bestand darin, die herkömmliche elektrische Abtauung durch ein Heißglykolsystem zu ersetzen, speziell bei den Kühlräumen für Fleisch und Fisch.
Güntner ist ein weltweiter Experte für den Enteisungsprozess. An unserem Hauptsitz in Deutschland verfügen wir über ein eigens eingerichtetes Abtaulabor, das uns umfassendes Wissen über das Ökosystem eines Kühlraums vermittelt.
Das bedeutete: Wir konnten dieses Projekt mit Zuversicht angehen. Uns war klar, dass der Einsatz von Glykol in Verbindung mit der Güntner Technologie einen signifikant positiven, messbaren Einfluss haben würde.
Konzipiert für Wirksamkeit
Das von Arneg und Güntner entwickelte System besteht aus vier Güntner V-shape VARIO Gaskühlern mit aicore™ Reglern, 40 Dual VARIO Luftkühlern und 18 Cubic VARIO Luftkühlern. Die wichtigsten Vorteile des Systems:
Praktisch energiefreie Abtauung: Das Glykol wird mit Abwärme aus der CO₂-Kälteanlage erwärmt – es ist keine zusätzliche Stromzufuhr erforderlich. Effizienz und Nachhaltigkeit sind das A und O.
Volle Betriebsleistung mit natürlichen Kältemitteln: Der V-shape VARIO ist für den Einsatz mit natürlichen Kältemitteln optimiert. Und wie dieses Projekt zeigt, kann er auch unter heißen Bedingungen effizient arbeiten.
Geringerer Energieverbrauch für die Kühlung: Die variable Drehzahlregelung der Ventilatoren des Luftkühlers reduziert sowohl den direkten als auch den indirekten Energieverbrauch und sorgt gleichzeitig für eine gleichmäßige Verteilung der Kaltluft in den kalten Bereichen.
- Geringer Verschleiß: Transkritische CO₂-Anlagen belasten die Systemkomponenten bei steigendem Wärmebedarf erheblich, aber diese Lösung reduziert die Belastung der Verdampfer dank einer höheren Leistung. Güntner Produkte sind zudem aus hochwertigen, robusten Materialien gefertigt und langlebig.
„Diese Lösung ist ein perfektes Beispiel dafür, sich wie Energie, die sonst verschwendet würde, wieder in das System zurückführen lässt, um eine wichtige Funktion zu erfüllen – effizient und nachhaltig", sagt Vidal.
Messung des Erfolgs
Die technische Analyse von Arneg hat beeindruckende ökologische und wirtschaftliche Vorteile dieses bahnbrechenden Projekts ergeben:
- Etwa 102.000 kWh/Jahr Stromeinsparung dank des Glykolabtausystems
- Geschätzte Kosteneinsparungen von 20.000 €/Jahr.
- Vermeidung von CO₂-Emissionen in Höhe von 26.115 kg/Jahr, was einem Hin- und Rückflug von 100 Personen über 2.000 km entspricht.
- Auffallend niedriger spezifischer Energieverbrauch (SEC), d. h. die Menge an Energie, die pro Einheit des gelagerten oder umgeschlagenen Produkts verbraucht wird.
Die Kraft der Partnerschaft
„Wir haben uns für die Zusammenarbeit mit Güntner entschieden, weil das Unternehmen für seine Zuverlässigkeit, Innovation und technische Kompetenz in der Kälte- und Wärmetauschtechnik bekannt ist", sagt Enrico Zambotto, Technical Engineering Director Refrigeration Systems, Arneg. „Hier stimmt das Engagement für Nachhaltigkeit und kontinuierliche Verbesserung perfekt mit unseren eigenen Zielen für dieses Projekt überein."
Dank der Partnerschaft zwischen Arneg und Güntner kommt der Endkunde nun in den Genuss einer außergewöhnlichen Energieleistung. Der von Arneg gemessene SEC-Wert liegt bei 13 kWh/Tonne, verglichen mit dem Benchmark-Wert von 45 kWh/Tonne für diesen Standort.
Mit anderen Worten: Die Anlage arbeitet mit einem Drittel der Energieintensität, die in der Fachliteratur für ähnliche klimatische Bedingungen empfohlen wird. Ein wirklich bemerkenswertes Ergebnis.
„Energieeffizienz ist nicht länger ein Nice-to-have, sondern eine geschäftskritische Priorität bei der industriellen Kältetechnik", sagt Vidal.

Eine Vision für die Zukunft
Vor allem aber ist dieses Projekt richtungsweisend für die effiziente Nutzung von CO₂ in warmen Regionen.
„Durch den erfolgreichen Einsatz natürlicher Kältemittel in einer Hochtemperaturumgebung haben wir gezeigt, dass Umweltverantwortung und hohe Leistung Hand in Hand gehen können", sagt Zambotto nicht ohne Stolz.