
Nutzung der Erdwärme für die Fernwärmeversorgung

Die Wärme, die im Untergrund der Erde vorhanden ist, bietet eine erneuerbare, weitgehend kohlenstofffreie Methode zur Beheizung von Häusern und Unternehmen. In Island beispielsweise werden mehr als 90 % des Heizbedarfs durch die Nutzung unterirdischer Wasserreservoirs gedeckt, die durch vulkanische Aktivitäten auf hohe Temperaturen erhitzt wurden.
In der Slowakei soll ein großes Geothermieprojekt die Haushalte in der zweitgrößten Stadt des Landes, Košice, mit Wärme versorgen. Das Spezialunternehmen Geoterm Košice plant, im nahe gelegenen Košice-Becken geothermische Bohrungen vorzunehmen, die in einer Tiefe von mehr als drei Kilometern auf Wasser mit einer Temperatur von über 130 °C stoßen werden.
Geoterm Košice
„Dies ist ein einzigartiges Projekt, das die Möglichkeit bietet, mehr als 170.000 Einwohner von Košice mit ökologischer Wärme zu versorgen. Es wird wesentlich zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und damit zu einer saubereren Luft in der gesamten Region Košice beitragen.
Die Herausforderung: schnelle Kühlung
Das geothermische Wasser aus den Geoterm-Bohrungen, das unter seinem eigenen Druck mit 55 l pro Sekunde aufsteigt, wird über Wärmetauscher thermische Energie an einen sekundären Fernwärmewasserkreislauf abgeben, der über ein 16 km langes Rohrleitungsnetz die Häuser der Stadt beheizt. Das geothermische Wasser wird dann wieder in den Boden eingespeist, wodurch ein geschlossener Kreislauf entsteht. Insgesamt sollen die CO2-Emissionen der Stadt nach Fertigstellung des Projekts um bis zu 54.000 Tonnen pro Jahr reduziert werden.
Um das Potenzial der geplanten Bohrungen zu testen, einschließlich der Ergiebigkeit, der Temperatur und anderer Parameter, hat Geoterm Košice ein großes, tragbares Testgerät entwickelt. Wie die Bohrungen selbst zapft das Testsystem heißes Wasser aus dem Untergrund an und führt es anschließend wieder zurück. Ein wichtiger Teil bei diesem Prozess ist die Kühlung des Wassers vor der Wiedereinleitung.
„Die größte Herausforderung war die schnelle Abkühlung einer großen Menge an geothermischem Wasser, und die Rückkühler von Güntner spielen dabei eine wichtige Rolle“, sagt Lubomir Fejko, Projektmanager bei der Ausführungsgesellschaft M-D-J, die das lokale Unternehmen ABC Klíma Košice mit der Kühlung des Projekts beauftragt hat.
Ein ausgeklügeltes Steuerungssystem
Im primären Kühlkreislauf des Prüfgeräts wird 135 °C heißes Wasser auf 55 °C abgekühlt. Im Sekundärkreislauf wird 80 °C heißes Kühlmittel mit fünf Güntner V-shape VARIO Rückkühlern mit EC-Ventilatoren auf 35 °C gekühlt. Die Ventilatoren werden mit dem aicore™ Luftregulierungssystem von Güntner gesteuert.
ausgewählte Geräte
Güntner Produkte
Zu den wichtigsten Vorteilen des aicore™ Luftregulierungssystems gehören:
- Energieeinsparung. Die Möglichkeit, die Ventilatordrehzahl in Abhängigkeit von Druck oder Temperatur präzise zu regeln, optimiert den Stromverbrauch.
- Plug-and-Play-Inbetriebnahme. Das System programmiert die Parameter automatisch, wodurch die Inbetriebnahme schneller und einfacher wird. Wenn ein EC-Ventilator ausgetauscht wird, wird der neue Ventilator automatisch erkannt und mit den richtigen Einstellungen konfiguriert.
- Intelligente Systemverwaltung. Der Controller fungiert als Systemmanager und überwacht die wichtigsten Komponenten während ihres gesamten Lebenszyklus, einschließlich der Thermokontakte der Ventilatoren, der Leistungselektronik und der Schaltschrankkomponenten.
- Kommunikation und Integration. Der Controller bietet umfassende Kommunikationsschnittstellen zu übergeordneten Steuerungssystemen für Fernwartung, verbesserte Überwachung und Betriebstransparenz.
- Verbesserte Zuverlässigkeit und Wartung. Funktionen wie proaktive Wartung, automatische Fehlererkennung und Winterbetriebsarten sorgen für hohe, gleichbleibende Leistung und reduzierte Ausfallzeiten.
Eine Stadt warm halten
Nach seiner Fertigstellung wird das Košice-Becken-Projekt eines der größten Fernwärmesysteme in Mitteleuropa sein. Das System wird nicht nur viele Tausende Einwohner von Košice mit wohliger Wärme versorgen, sondern auch Restwärme für andere Zwecke, einschließlich Landwirtschaft und Erholung, entlang der 16 km langen Wärmeleitung liefern.
„Wir sind stolz darauf, bei diesem sehr wichtigen Projekt, das eine saubere, stabile Wärmequelle für die Stadt Košice schaffen wird, eine bedeutende Rolle gespielt zu haben“, sagt Vladimir Kuzma, Area Manager, Güntner Slovakia. „Es handelt sich um einen langjährigen Kunden, der auf die Zuverlässigkeit unserer Produkte vertraut, die sich in vielen früheren Projekten bewährt hat.“






